02.07.2017 Flug von Frankfurt nach Whitehorse/Kanada

Mit dem Condor Flug 2426 fliegen wir am 02.07.2017 von Frankfurt nach Whitehorse. Der Abflug hat 2 Stunden Verspätung, da die Maschine bereits mit Verspätung in Frankfurt am Main eingetroffen war. Der Flug ist ruhig und angenehm und wir nutzen das Boardprogramm der Boing 767 intensiv. Die Zeit vergeht schnell und um ca. 18 Uhr Ortszeit landen wir in Whitehorse. Da wir den gebuchten Truck Camper nach einem Langstreckenflug erst nach einer Übernachtung übernehmen können, haben wir vorab das Hotel Westmark in Whitehorse für die erste Nacht gebucht. Nachdem der Check-In abgeschlossen ist, spazieren wir noch eine Weile den Yukon entlang, um dann müde und voller Vorfreude auf den Urlaub ins Bett zu fallen.

03.07. Whitehorse

Wie erwartet sind wir aufgrund der Zeitumstellung schon sehr früh wach (so um 3:00 Uhr nachts). Nach einem guten Frühstück im Hotel rufen wir gleich bei CanaDream an, um den Termin für die Übergabe des Truck Campers zu vereinbaren. Leider müssen wir bis um 13:00 Uhr warten. Wir nutzen die Wartezeit für einen schönen Spaziergang am Yukon River entlang bis zur SS Klondike und beobachten die ersten Weißkopfseeadler. Eine schön angelegte Strecke entlang des Yukon. Ideal für einen Spaziergang.

Um 13:00 Uhr werden wir pünktlich am Hotel abgeholt und zu CanaDream in die Burns Road 17 gefahren. Wir bekommen einen fast neuen Ford 4×4 Pick Up mit dem TCA Camper Aufsatz. Der Tacho des Wagens zeigt erst 8000km und wurde vorher erst genau einmal vermietet. Nach dem Schriftkram folgt dann die Einweisung und nach ca. einer Stunde können wir alles einpacken. Leider ist der Tank nur zu 3/8 gefüllt. Also ab an die Tankstelle und dann direkt in den Supermarkt (Walmart). Wir kaufen für fast 200 CAD ein und füllen den Kühlschrank und das Gefrierfach ordentlich auf.

Im Anschluss fahren wir den Klondike Highway nach Norden in Richtung Dawson City. Der erste echte Haltepunkt sind die Five Finger Rapids. Vier Felsen aus Basalt teilen den Fluß hier in fünf Stromschnellen. Daher der Name „Five Finger Rapids“. Die Stromschnellen sind vor allem seit den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts bekannt, als die Goldsucher auf dem Weg nach Dawson City den Yukon als Verkehrsweg nutzten. Die „Five Finger Rapids“ waren für viele Reisende das Ende der Reise auf dem Fluß. Mittlerweile gibt es „nur“ noch vier Säulen, wodurch die Schiffe den Fluß auch an dieser Stelle gut passieren können.

Es ist schon recht spät und es regnet, sodass wir im Anschluss zum ersten Campingplatz fahren: Den Tatchun Creek Campground. Um 22:00 Uhr begeben wir uns zur Ruhe.

Fahrzeit: Whitehorse nach Carmacks (Tatchun Creek Campground) ca. 3 Stunden inkl. Stopps oder 200km.

04.07. Von Carmacks nach Dawson City

Heute schlafen wir schon etwas länger. Doro und ich so bis um 4:30 Uhr und Tim sogar bis 06:00 Uhr. Nach dem ersten Frühstück im Camper weihen wir die Dusche ein und fahren weiter Richtung Dawson City.

Unterwegs können wir einige Tiere beobachten. Darunter ein Zimtbär (brauner Schwarzbär), jede Menge Erdhörnchen und einen Fuchs. Beim Schwarzbär entschliessen wir uns spontan im Camper zu Mittag zu essen. Dadurch haben wir die Chance, den Bär auf der anderen Straßenseite mitten im Hang etwas länger zu beobachten.

Um ca. 15:30 Uhr kommen wir in Dawson City an und fahren gleich hoch zum Midnight Dome. Auf ca. 887m Höhe haben die Besucher eine tolle Aussicht auf Dawson City und die Umgebung, vor allem auch auf den Yukon und Klondike River. Im Anschluss schauen wir uns natürlich noch Dawson City an. Mit den nicht geteerten Straßen und den vielen Holzhäusern hat die Stadt schon ein besonderes Flair. Wir fühlen uns (fast) in die Zeit der Goldgräber zurückversetzt. Nach der Besichtigung der Stadt fahren wir zum Bonanza Gold RV Park. Der Grey Water Tank ist voll und muss entleert werden. Außerdem muss auch der Wassertank gefüllt werden. Daher lassen wir uns den Platz 33 Euro kosten. Sicherlich sind die staatlichen Campingplätze schöner, leider gibt es dort nur selten Strom, Wasser oder eine Dumpingstation. Daher müssen wir des öfteren auf einen privaten Campingplatz.

Fahrzeit: Carmacks bis Dawson City: 7 Stunden oder 330km

05.07. Dawson City / Top of the world highway

Nach mehreren Duschen am Vorabend ist der Grey Water Tank schon wieder voll. 94 Liter sind nicht so viel. Also nach dem Frühstück nochmal entleeren und los geht’s in Richtung Top of the World Highway. In Dawson City überqueren wir den Yukon mit einer kostenlosen Fähreund schon geht die Fahrt über den Top of the world Highway los. Die etwa 100km führen auf über 2.000m Höhe von Dawson City nach Alaska. Bis wir am nächsten Ziel unserer Rundreise (Tok) ankommen, müssen wir ca. 200km zurücklegen (das entspricht ca. 7 Stunden Fahrzeit). Wegen vielen Foto Stopps und grösstenteils nicht geteerten Straße kommen wir nur sehr langsam voran. Aber schnell fahren will man auf dieser Strecke ohnehin nicht. Bei strahlendem Sonnenschein bietet sich permanent ein tolles Panorama und ein Motiv jagt das nächste. Gleich am Anfang sehen wir ein Murmeltier. Tim lässt vor Aufregung seine Adilette den kleinen Abhang herunterfallen. Bei der Rückholaktion zieht sich das Tier dann leider etwas zurück. Die sehr freundlichen Zollbeamten an der Grenze von Kanada nach USA erlassen Tim dann als vorweggenommenes Geburtstagsgeschenk die 6 Dollar für die Einreise, so dass wir „nur“ 12 Dollar bezahlen. Tim wird im Urlaub 12 Jahre und ab diesem Alter muss man den Betrag eigentlich zahlen, erklären uns die Zollbeamten. Die Zeit wird jetzt eine Stunde vorgestellt im Vergleich zu Kanada. Außerdem müssen wir uns jetzt auf Meilen statt Kilometer umstellen. Bis zum kleinen Ort Chicken sind es von der Grenze aus noch 44 Meilen. Auf der Strecke gibt es noch aktive Goldsucher Claims. Wir wollen unser Glück auch versuchen, es donnert aber kurz und wir fahren lieber weiter. Nach einem kurzen Schauer haben wir dann wieder schönes Wetter. Chicken ist ein wirklich kleiner Ort. Im Sommer leben dort ca. 20 Personen und im Winter nur noch 7. Es gibt dort ein paar lustige Geschäfte und man hat die Möglichkeit, selbst Gold zu schürfen. Alles in allem ist der Ort etwas anders. Irgendwie lustig, aber wir fahren dann doch recht schnell weiter nach Tok. Die Strecke von Chicken nach Tok gefällt uns wirklich sehr gut. Leider sehen wir weder Elche (auf dem Tayler Highway soll es bei Meilenstein 52 vermehrt zu Sichtungen gekommen sein) noch Karibus (dort lebt die größte Karibu Herde in ganz Alaska). Schade, aber wirklich eine tolle Strecke mit vielen Aussichtspunkten. Als wir endlich in Tok ankommen, gehen wir noch schnell einkaufen und dann auf den Campingplatz Tok RV Village. Ein schöner Platz direkt am Waldrand gelegen. Tim hat Hunger und isst noch einen „Hungry Man“, während Doro zum ersten Mal im Urlaub die Haare an der Außendusche des Campers wäscht. Dabei wird sie leider fast von Moskitos gefressen.

06.07. Von Tok nach Fairbanks / Chena Hot Springs

Die Bus Touren im Denali Nationalpark sind im Sommer oft ausgebucht. Wir rufen daher am Morgen schnell im Park an und reservieren uns den Shuttle Bus für Sonntag, den 09. Juli. Es geht um 09:30 Uhr am Wilderness Access Center im Denail Nationalpark los. Im gleichen Telefonat buchen wir auch gleich noch die Tundra Wilderness Tour für Montag, den 10. Juli. Das ist notwendig, da im Denali Nationalpark im Verhältnis zum Rest von Alaska doch recht viel los ist. Wir wollen auf Nummer sicher gehen.

Um 9:30 Uhr machen wir uns auf den Weg nach Fairbanks. Unterwegs auf dem Alaska Highway beobachten wir eine Elchkuh fast 2 Stunden lang. Das ist ein echtes Highlight, was viele Fotos und Videos belegen (siehe auch unter Elchbilder). Ein weiteres Highlight ist der Blick auf den Denali (früherer Name: Mount Mc Kinley). Der Berg ist 6.200m hoch und der Anblick war überwältigend.

Danach schauen wir uns kurz den Weihnachtsladen in North Pole (eine Kleinstadt mit etwas mehr als 2000 Einwohnern) an. Ja, das ist richtig. Es gibt dort einen Weihnachtsladen, in dem man das ganze Jahr über alles mögliche rund um Weihnachten kaufen kann. Tim isst danach einen Hamburger aus dem Mc Donald, während Doro und ich einen Cappuccino aus dem Starbucks bevorzugen. Dann fahren wir die Chena Hot Springs Road zum gleichnamigen RV Park. Auf dieser Strecke sind oft Elche zu sehen. Wir haben Glück und können 6 Elche aus nächster Nähe beobachten. Darunter 4 Elchkühe und 2 Kälber. Um 18:30 Uhr kommen wir auf dem Campingsplatz an. Wir essen im Anschluss im Restaurant des Campingplatzes zu Abend. Doro Gemüse mit Pommes, Tim Lachs mit Reis und Gemüse und Andreas ein gegrilltes Steak mit Pommes und Gemüse. Das Essen schmeckt gut, ist aber auch mit 80 Dollar inkl. 3 Getränken nicht gerade billig.

Ein ganz toller Tag mit vielen Elchen und strahlendem Sonnenschein ist zu Ende. In Summe haben wir 7 Elche gesehen. Jetzt fehlt „nur“ noch ein Elchbulle. Mal sehen.

07.07. Chena Hot Springs / Fairbanks

Gegen 10 Uhr verlassen wir den Campingplatz (Chena Hot Springs Resort RV Park) und fahren erneut die Chena Hot Springs Road entlang. Bei wieder strahlendem Sonnenschein sehen wir über den Tag verteilt wieder 7 Elche. Insgesamt lebt im Norden von Fairbanks eine große Population von Elchen (ca. 1.500). Da ist die Wahrscheinlichkeit, in den vielen Seen und Tümpeln entlang der Straße einen Elch zu sehen wirklich sehr hoch. So viel Pech, hier keinen Elch zu sehen, kann man eigentlich gar nicht haben.

Nach einer Mittagspause im Truck Camper an einer schönen Stelle inkl. Elchbeobachtung fahren wir weiter nach Fairbanks. Dort wanderten wir zwei Wege im Creamers Field. Das ist ein 806 Hektar großer Park, in dem vor allem im Frühjahr und Herbst viele Zugvögel Station machen. Wir sehen einige Kanada Kraniche und viele kleinere Vögel. Von den Wald-Murmeltieren und Greifvögeln ist leider keine Spur. Dafür findet uns der ein oder andere Moskito. Die sehr freundliche Dame an der Rezeption hat uns Mückenspray mitgegeben, was wir aber nicht benutzen.

Am Abend fahren wir dann noch einmal die Chena Hot Springs Road entlang und sehen schon wieder einige Elche. Leider wieder keinen Bullen. Wir müssen die Beobachtungen abrupt abbrechen, da ein Gewitter aufzieht und es schnell zu regnen beginnt. Also ab auf den Campingplatz RV Park River Side in Fairbanks. Der Stellplatz liegt direkt am Chena River. Ein toller Tag geht zu Ende und in Summe 2 Gläser und eine Tasse zu Bruch. Die Chena Hot Springs Road ist gerade am Anfang wirklich sehr schwierig zu befahren. Einige kurz aufeinander folgende „Hügel“ haben die Gläser im Schrank des Campers springen lassen.

08.07. Fairbanks nach Denali

Nach einem gemütlichen Morgen inkl. Frühstück im Camper und Dusche auf dem Campingplatz fahren wir noch einmal zur Chena Hot Springs Road. Leider sichten wir diesmal „nur“ einen Elch, so dass wir uns recht schnell mit unserem Truck Camper in Richtung Denali Nationalpark auf den Weg machen. Die Fahrt dauert ca. 2,5 Stunden oder 120 Meilen über den Georgs Park Highway. So um 17:30 Uhr kommen wir im Wilderness Access Center an und besorgen uns gleich als erstes die bereits reservierten Karten für das Shuttle zum Toklat River am Sonntag und für die Tundra Wildernes Tour am Montag. Obwohl wir schon müde sind, fahren wir noch ein paar Meilen in den Park hinein und werden belohnt. Nicht weit vom Visitor Information Center sehen wir einen Elch Bullen am Straßenrand. Er ist noch recht jung und hat noch kaum Geweih, aber dennoch: Unser erster Bulle. Die Campingplätze im Denail Park sind alle immer gut besucht und wir wußten schon vorher, dass kein Platz mehr frei sein wird. Von daher war wildes campen angesagt. Tim und Papa haben noch eine Pizza verdrückt. Wir schlafen dann mit der Spannung ein, was wir am nächsten Tag im Denali Nationalpark zu sehen bekommen.

09.07. Denali Nationalpark

Um 09:30 Uhr startet unser Shuttle Bus durch den Denali Nationalpark bis zum Toklat River und wieder zurück ins Wilderness Access Center. Schon gleich zu Beginn der Reise sehen wir eine Elch Kuh. Sie ist etwas weiter weg und läuft auch gleich davon, so dass wir nicht lange das Vergnügen haben. Das erste Highlight, eine junge Eule, können wir leider nicht so gut fotografieren. Die anderen Gäste im Bus lassen die Fenster zu und durch geschlossene Fenster zu fotografieren bringt nicht gerade gute Bilder. Egal, weiter geht’s Richtung Teklanika River. Dort wurden am Vortag noch Wölfe im Fluß gesehen, berichtet die Busfahrerin. Doch leider sehen wir dort keine Wölfe. Am Sable Pass haben wir Glück und sehen eine Grizzly Bär Mutter mit 3 Jungen. Das bekommt man sicher nicht so oft zu sehen. Gleichzeitig ziehen noch Wapiti Hirsche auf der anderen Seite über den Berg Kamm. Ein schönes Bild. Immer wieder fällt der Blick auf den Mt. Mc Kinley oder den Denali, wie die Einheimischen den mit knapp 6.200m hohen und somit größten Berg Nordamerikas nennen. Wir haben wirklich Glück mit dem Wetter. Den ganzen Tag über Sonnenschein. Es scheint, als hätte das Gewitter in der Nacht zuvor alle Wolken weggefegt. Auf dem Rückweg verlässt uns das Glück etwas und wir sehen nicht mehr so viele Tiere. Immerhin laufen uns noch ein paar Schneehühner über den Weg. Die Tour endet um 15:30 Uhr nach knapp 6 Stunden. Wir fahren anschließend noch einmal mit dem Truck Camper bis zum Savage River und verweilen dort auf einem schönen Rastplatz direkt am Fluß eine ganze Stunde lang. Wir machen es uns gemütlich, spielen Karten und beobachten die Erdhörnchen um uns herum. Zudem brüten dort einige Möven direkt am Fluss. Auf dem Rückweg parken wir neben der Denali Park Road und essen eine Kleinigkeit (Nudeln mit Tomatensoße). Auf den restlichen Meilen aus dem Park sehen wir noch weitere Schneehühner und eine Elchkuh mit Kalb sowie einen Elch Bullen. Ein toller Tag ist zu Ende.

10.07. Denali Nationalpark

Nach dem Frühstück und einer Dusche fahren wir die Denali Park Road wieder bis zum Savage River und verweilen dort am Fluß. Wir haben ja noch etwas Zeit, die gebuchte Tundra Wilderness Tour geht erst um 13:40 Uhr los. Sieben Stunden lang durch den Denali Nationalpark bis zum Stony Hill. Unser Busfahrer und gleichzeitig Tourguide Craig L. hat einige tolle Informationen und auch Geschichten während der Fahrt auf Lager. Wir sehen Elche und Dall Schafe hoch oben auf dem Berg. Die Schafe sind jedoch ziemlich weit weg. Je mehr der Schnee schmilzt, desto höher gehen die Tiere auf den Berg. Dort sind sie sicherer vor den ganzen Raubtieren wie Bären und Wölfe. Plötzlich sehe ich einige Karibus und rufe laut STOPP. Eine Gruppe mit 6 Tieren, darunter auch ein kleines Kalb. Die kleine Herde läuft den ausgetrockneten Fluss entlang. Auf der Rückfahrt berichtet uns Craig, dass er auf einer seiner Touren eine Geburt von einem Elch Kalb mitverfolgt hat. Sicher ein tolles Erlebnis. Auch ein Erlebnis, wenn gleich eher ein negatives Erlebnis, war der Angriff von Wölfen auf ein Elch Kalb. Die Elch Kuh hat das Kalb verteidigt, aber letztendlich nicht vor den Wölfen retten können. Allerdings hat die Elch Kuh einen Wolf schwer verletzt. Die Ranger haben am nächsten Tag sowohl von dem Elch Kalb als auch von dem Wolf nur noch die Knochen entdeckt. Der Rest war aufgefressen. Die Vermutung der Ranger ist, dass die Wölfe selbst den verletzten Wolf getötet haben. Ein kranker Wolf behindert nur das Rudel und trägt nicht mehr zur Futtersuche bei. Die Tour Guides haben immer eine Kamera dabei. Die gefilmten Tierbeobachtungen kann man dann hinterher zusammen mit einer Doku über den Denali Nationalpark kaufen. So hatte Craig auch den Angriff der Wölfe auf das Elch Kalb gefilmt. Die Sequenzen liefen bei BBC und Craig wurde dazu auch interviewt. Da haben wir anscheinend einen sehr erfahrenen und bekannten Guide erwischt. Dennoch finden wir leider keine Bären an diesem Tag. Der Blick auf den Denali (Dank Obama heißt der Berg jetzt nicht mehr Mt. Mc Kinley) bleibt uns leider versagt. Das Wetter ist zu trübe. Das ist aber im Denali Nationalpark wohl eher die Regel als die Ausnahme. Wir sind dann gegen 21.00 Uhr zurück im Wilderness Access Center und gehen zügig und hundemüde ins Bett. Für den nächsten Tag ist sehr schönes Wetter gemeldet. Wir können uns gut vorstellen, bei gutem Wetter noch einmal eine Tour zu buchen.

11.07. Denali nach Anchorage

Mit dem schönen Wetter wurde es leider nichts. Es regnet und wir entschließen uns spontan weiter nach Anchorage zu fahren. Zwei volle Tage bzw. drei Übernachtungen auf einem Parkplatz (alle Campingplätze waren komplett ausgebucht) im Denali Nationalpark sind zu Ende. Die Fahrt nach Anchorage dauert ca. 4 Stunden und 240 Meilen. Unterwegs wird das Wetter in Richtung Anchorage immer besser und der Regen weniger. Wir halten an einigen Aussichtspunkten an, von denen aus man bei gutem Wetter den Denali sehen kann. Der Blick auf die Nord- oder Südspitze ist aber leider durch die Wolken bedeckt. Dennoch machen wir ein paar schöne Bilder.

In Anchorage angekommen, müssen wir erstmal die Tatsache verdauen, dass wir jetzt in einer Stadt sind. Viel Verkehr und Lärm. Das sind wir so nicht mehr gewöhnt. Als erstes wollen wir unseren Kühlschrank ordentlich füllen und suchen einen Supermarkt. Ein Superstore wäre gut, aber schnell würden wir uns schon mit irgend einem Supermarkt zufrieden gegeben. Leider Fehlanzeige.

Dann sind wir schon bei Potter Marsh, einem schönen Boardwalk mit einer tollen Aussicht auf die Landschaft und die Vogelwelt. Wir sehen ein paar kleine Vögel, Enten und einen Weißkopfseeadler. Außerdem sind Kraniche über uns geflogen.

Danach machen wir uns wieder auf die Suche nach einem Supermarkt. Nach einer gefühlten Ewigkeit finden wir dann endlich ein Fred Meyers (wegen dem für einen Supermarkt ungewöhnlichen Namen haben wir diesen Markt vorher vermutlich nicht wahrgenommen) und können alles einkaufen, was wir für die weitere Reise benötigen.

Es ist schon recht spät, so dass wir zum Campingplatz RV Park Creekwood Inn auf den Weg machen. Dort haben wir das erste Mal eine eigene Dumpstation. Luxus pur. 🙂

12.07. Anchorage nach Sterling

Wir haben uns schon um kurz vor 09:00 Uhr auf den Weg nach Sterling gemacht. Als erstes fahren wir noch einmal zum Potter Marsh. Die Vogelwelt war aber auch morgens nicht aktiver als am Vortag abends, so dass wir schnell weiterfahren. Der nächste Stopp ist dann ein Aussichtspunkt auf den Turnagain Arm. Dort frühstücken wir auch im Truck Camper. Kaum eine Minute gefahren, kommt schon der nächste Stopp. Wir füllen eine große Flasche Wasser mit frischem Quellwasser aus dem Berg direkt am Straßenrand. Laut Reiseführer das beste Trinkwasser in Alaska. Das Wasser schmeckt uns allen auch sehr gut. Einige vermutlich Einheimische füllen gleich mehrere Kanister mit diesem Wasser ab. Weiter geht’s zu den „Dall Sheeps“. Hoch oben auf dem Berg können wir einige Schafe beobachten und fotografieren. Am Bird Creek überprüfen wir, ob die Lachse dort schon vorbeikommen. Leider noch nicht. Im Sand entdecken wir Spuren, die vermutlich von einem oder mehreren Bären sind. Auf der Weiterfahrt halten wir noch ein paar mal an und genießen die tolle Aussicht. Die Strecke zwischen Anchorage und Portage ist wirklich toll. Immer wieder halten wir Ausschau nach Beluga Walen, nicht nur am Beluga Watch Point. Leider sehen wir keine dieser schönen Wale. Weiter geht es zum Alaska Wildlife Recreation Center. Schon an der Kasse werden wir darauf hingwiesen, dass wir aufgrund der Parkgröße auch mit dem Truck Camper durch den Park fahren können. Trotzdem wagen wir es, den Park zu Fuß zu erkunden. Wie sich herausstellt, ist es nur ein kleiner Spaziergang von höchstens einer Meile. Eine tolle Einrichtung, die zum Teil auch kranke Tiere wieder aufpäppelt und wieder in die Natur eingliedert. Wir sehen uns die Bären, Wölfe, Füchse, Karibus, Hirsche und Elche neben den Moschus Ochsen und Bisons an.

Vor allem die Fütterung der Bären bereitet uns viele Freude. Aber nicht wegen den Bären selbst, nein, die frei lebenden Vögel aus der Umgebung sind zahlreich anwesend und versuchen den Bären etwas vom Futter abzunehmen. Das ist sehenswert, zumal auch ein Weißkopfseeadler unter den „Dieben“ ist. Es gelingt ihm auch tatsächlich, einem Grizzly Bär ein Stück Fleisch abzunehmen. Der Adler hat scheinbar gelernt, die Fütterungszeiten der Bären für sich als Futterquelle zu nutzen.

Weiter ging es in Richtung Sterling. Der Umweg über die Skilak Lake Road lohnt sich an diesem Tag leider nicht, obwohl unsere Reiseführer und auch die Milepost die Straße als Wildlife Straße loben. Wir haben nicht viel gesehen.

Wir übernachten auf dem RV Park Moose Creek.

13.07. Sterling nach Homer

Sowohl am Vorabend als auch morgens war die Rezeption am Campingplatz geschlossen. Es hing ein Zettel an der Tür, dass man eine Nummer anrufen soll. Unter dieser Nummer haben wir erfahren, dass wir das Geld einfach unter einen Holzbären vor die Tür legen sollen. Dort lag noch mehr Geld. Das Vertrauen ist offenbar groß in Alaska.

Als wir das mit der Bezahlung (die Rezeption ist geschlossen und wir wollen schließlich nicht die Zeche prellen) geregelt haben, geht es endlich los nach Homer. 120 Meilen in 2 Stunden ist ja nicht allzu viel, von daher machen wir noch einen Stopp im Fred Meyer Supermarkt und kaufen ein paar Kleinigkeiten. Wir wollen frühzeitig in Homer ankommen, daher machen wir sonst keine Stopps. Kurz nach Mittag sind wir auch schon da. Die Gegend um Homer ist wirklich ganz toll. Wir suchen uns den Homer Spit Campground aus und bekommen zum Glück noch einen Platz zugewiesen. Leider ohne Meerblick, da wir nicht reserviert hatten. Am Stellplatz haben wir nur einen Stromanschluss, aber keinen Wasseranschluss. Von daher hätten wir auch wild campen können, zumal gegenüber der Post im Ort eine Dumpingstation mit „Potable Water“ Anschluss für RV’s ist. Egal. Erstmal wollen wir bei Alaska Bear Advantures einchecken und unseren Flug in die Hallo Bay oder den Lake Clark Nationalpark am nächsten Tag bestätigen. Wo es hingeht, entscheiden die Piloten vor dem Abflug. Das hängt zum einen mit dem Wetter zusammen. Zum anderen aber auch von den Bären. Wir wollen schließlich viele Bären sehen. Unser Trip startet schon um 06 Uhr morgens. Im Visitor Information Center besorgen wir uns noch einige Informationen und bekommen auch den Hinweis, dass in der Nähe (genau bei der Dumpingstation für RV’s) ein Weißkopfseeadler Nest ist. Dort fahren wir auch gleich hin. Zwei ausgewachsene Adler kümmern sich um mindestens zwei Küken. Wir schauen uns das eine zeitlang an und machen ein paar tolle Bilder. Wir können uns schwer losreissen, aber wir wollen zeitig ins Bett wegen der Bärentour am nächsten morgen. Einen Strandspaziergang machen wir (Tim blieb im Camper) aber dennoch und sehen mehrere Seeotter im Meer schwimmen. Nach dem Abendessengehen wir ins Bett und stellen den Wecker für 04:30 Uhr.


Weiter mit Teil 2: Homer, Katmai und Lake Clark Nationalpark


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Beruflich gesehen ist die Softwareentwicklung meine Heimat. Meine Hobbies sind neben dem Fußball auch das Fotografieren und Reisen. In diesem Blog möchte ich Bilder veröffentlichen und meine Erfahrungen zum Fotografieren mit den Lesern teilen und diskutieren!

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