17.07. Homer nach Seward

Wir müssen uns von Homer verabschieden und machen uns auf den Weg nach Seward, wo wir uns mit einer Tour den Kenai Fjord Nationalpark anschauen wollen. Auf dem Weg nach Seward legen wir kaum Stopps ein. Lediglich ein paar Meilen vor Seward machen wir auf einem Parkplatz halt und wandern 1,6 Meilen zum Exit Glacier. Einer der weniger Gletscher, die man sich ohne Schiff, Flugzeug oder lange Wanderungen anschauen kann. Insgesamt eine sehr schöne Strecke. Während der kurzen Wanderung sieht man auch immer wieder, wo sich der Gletscher noch vor vielen Jahren befand. Schon beängstigend, wie weit sich der Gletscher im Laufe der letzten knapp 200 Jahre zurückgebildet hat. Oben angekommen, machen wir ein paar Bilder und verweile eine Zeit lang am Gletscher. Dann spazieren wir zurück zum Truck Camper und fahren weiter nach Seward. Als erstes gehen wir essen, Tim hatte Hunger. Im Ray’s Waterfront bestellen wir Lachs bzw. Nudeln mit Meeresfrüchten. Es hat uns sehr gut geschmeckt. Im Hafen besorgen wir uns die Prospekte der beiden größten Tour Anbieter. Zum einen Kenai Fjords Tours und zum anderen Major Marine Tours. Die Touren sind mehr oder weniger identisch. Wir haben uns dann für Major Marine Tours entschieden, weil das Schiff in unseren Augen mehr Plätze im Freien hat. Beide Anbieter versprechen uns, dass am nächsten Tag noch das beste Wetter der nächsten Tage ist. Wir sind da aber skeptisch, zumal die Wettervorhersage nicht gerade Grund zum Optimismus gibt. Wir übernachten auf dem Safeway Supermarkt Parkplatz.

18.07. Seward: Major Marine Tours

Pünktlich um 09:00 Uhr treffen wir im Office von Major Marine Tours ein. Unsere Tour beginnt um 10 Uhr. Wir haben die Tour „Kenai Fjords National Park Cruise“ gebucht, welche 7,5 Stunden bis ca. 17:30 Uhr dauert. Wie schon befürchtet, ist das Wetter nicht gut und es regnet. Tim bekommt von einem Ranger ein Heft mit Fragen zum Kenai Fjord Nationalpark. Er beantwortet die Fragen fleißig und erhält dafür am Ende der Reise ein Junior Ranger Abzeichen. Das gebuchte Essen schmeckt zu unserem Erstaunen wirklich sehr gut. Es gab Salat, Reis, Lachs und Fleisch. Unterwegs weist der Kapitän immer wieder darauf hin, wenn es etwas zu sehen gibt. Er hat einfach die beste Sicht. Neben den zahlreichen kleinen Inseln, die wir passieren, sind das natürlich vor allem die Wale. Wir sind noch nicht so lange unterwegs, da sehen wir auch schon einen Buckelwal (Humpback Whale) gesehen. Weiter geht die Fahrt und schon sehen wir drei weitere Buckelwale. Einer davon war sehr aktiv (Feeding) und ist ab und zu auch gesprungen. Ein paar Minuten später können wir dann noch eine Gruppe Orcas beobachten. In der Summe waren es vermutlich fünf Orcas, darunter auch ein Kalb (siehe auch unter Orca Bilder). Außerdem sehen wir eine Unzahl an Seevögeln. Darunter auch die hübsch anzusehenden Puffins, die man schon von weitem an ihrem orangenen Schnabel erkennen kann. Auf einem Abschnitt tummeln sich mehrere Seelöwen (Stellar Sea Lions) auf den Felsen und im Wasser. Außerdem konnten wir natürlich auch Seeotter sehen und sogar einen Schwarm mit tausenden von Quallen. Das Meer war hell gefärbt von den Quallen. Wirklich beeindruckend sind die beiden riesen Gletscher, von denen immer wieder große Stücke ins Meer stürzen. Die treibenden Eisschollen geben vielen Vögeln und den Seelöwen immer wieder die Möglichkeit, sich kurz darauf auszuruhen. Ein schöner Anblick. Alles in allem ist die Tour sicherlich bei Sonnenschein deutlich schöner, dennoch gehen die 7,5 Stunden sehr schnell vorbei und die Tour zu Ende. Wir entscheiden uns spontan, noch etwas in Seward zu bleiben und die Tour an einem schöneren Tag noch einmal zu machen. Es hat eigentlich die ganze Zeit geregnet.

19.07. Seward: Seeotter im Hafen

Das Wetter ist leider immer noch nicht so gut. Wir haben auf dem Parkplatz vom Safeway Supermarkt mit dem Camper übernachtet. Trotz des frühen Lärms schlafen wir bis um ca. 09:30 Uhr. Da an diesem Tag nichts weiter ansteht, frühstücken wir in aller Ruhe und trinken einen Cappuccino aus dem Safeway Starbucks. Im Anschluss fahren wir ins Seaward Sea Life Center und schauen uns die Tiere dort an. Das Sea Life Center ist auch eine Station, die kranke oder verletzte Tiere aufnimmt und sie aufpeppelt, um sie anschließend wieder in die Freiheit zu entlassen. Wir können ein junges Wallross beobachten, welches gerettet wurde und nun stabilisiert wird, um es anschließend wieder im Meer auszusetzen.

In der staatlichen Bibliothek sind wir dann noch ins Internet und bringen uns auf den neuesten Stand und schreiben E-Mails. Natürlich informieren wir uns auch über die Wettervorhersage der nächsten Tage. Übermorgen soll das Wetter besser werden.

Gegen Abend gehen wir zum Hafen und informieren uns noch einmal über die verschiedenen Touren. Für den kommenden Samstag (Tim’s Geburtstag) buchen wir die 6 Stunden Kenai National Park Tour von Kenai Fjords Tours. Im Anschluss spazieren wir zu den Booten und Schiffen im Hafen. Wir haben auf unserer ersten Tour gesehen, dass sich zwischen den Booten immer wieder Seeotter tummeln und hoffen, einen aus nächster Nähe zu sehen. Die Hoffnung erfüllt sich schnell. Mindestens acht Seeotter tummeln sich auf einem engen Raum im Hafen zwischen den Booten. Vor allem drei davon sind zu unserem Vergnügen sehr aktiv und „raufen“ sich immer wieder. Wir stehen nur ein paar wenige Meter entfernt, zum Teil sogar weniger als ein Meter. Wir beobachten die Seeotter bestimmt eine Stunde lang und drücken auch fleißig auf den Auslöser unserer Kameras (siehe auch unter Seeotter Bilder). Es ist schon spät und wir fahren noch kurz zum Supermarkt und belegen anschließend einen ganz tollen Stellplatz mit direktem Blick auf das Meer und die umliegenden Berge zu belegen. Atemberaubend und etwas ganz anderes als der Safeway Parkplatz. Die eigene Feuerstelle werden wir auch demnächst einweihen.

20.07. Seward

Der Regen wird langsam etwas weniger. Wir beobachten wieder eine ganze Weile die Seeotter im Hafen und gehen zum Mittagessen in das Restaurant Ray’s Waterfront. Im Anschluss laden wir die Kameras in der Bibliothek auf (auf dem Campingplatz gibt es leider keinen Strom) und surfen im Internet. Am Abend grillen wir am Strand.

21.07. Seward: Entspannung am Strand

Endlich ist das Wetter richtig gut. Wir beobachten zuerst wieder die Seeotter. Unter anderem bei der Paarung. Im Anschluss halten wir uns den ganzen Tag am Strand auf. Die Vorfreude auf Tim’s Geburtstag und den Ausflug sind groß.

22.07. Seward: Kenai Fjords National Park Tour

Heute ist Tim’s Geburtstag. Wir gratulieren ihm und er muss natürlich alle Kerzen auf den Kuchen ausblasen. Anschließend öffnet Tim die aus Deutschland mitgebrachten Geschenke. Um 11:30 Uhr bis 17:30 Uhr machen wir mit Kenai Fjords Tours die gleichnamige Kenai Fjords National Park Tour.

Bei strahlendem Sonnenschein fahren wir von Seward bis zum Holgate Glacier und wieder zurück. Unterwegs beobachten wir mehrere Buckelwale und schauen sogar einem Orca (Killerwal) beim Jagen zu. Ansonsten sehen wir unter anderem Seelöwen, Seehunde, Seeotter und Papageientaucher (Puffins).

Nach der Tour grillen wir abends noch am Strand und spielen Klugscheisser.

23.07. Seward: Northwestern Fjord Tour

Von 08:30 – 17:30 Uhr haben wir mit Kenai Fjords Tours die Northwestern Fjord Tour gebucht.

Der Gletscher am Wendepunkt der Tour ist sehr sehenswert. Es fallen mehrfach mit lautem Getöse große Stücke ab und stürzen ins Meer. Ein Stück ist so groß, dass eine recht hohe Welle entsteht und das Schiff zum Schaukeln bringt.

Unterwegs sehen wir ganz viele Buckelwale. Zum Teil mehrere Wale auf einmal. Außerdem können wir noch Seehunde, Seeotter, Seelöwen, Puffins (Papageientaucher) und viele andere Vögel beobachten. Unsere Tischnachbarn schlafen fast die ganzen 9 Stunden…, auch eine Möglichkeit so einen Trip zu bestreiten.

Abends verabschieden wir uns dann von Seward und machen uns auf den Weg nach Eagle River (20 Meilen hinter Anchorage). Wir übernachten auf dem Eagle River RV Park Campingplatz. Ein sehr schöner Campingplatz mitten in der Natur ohne direkten Strom- und Wasseranschluss.

24.07. Eagle River nach Beaver Creek

Gut ausgeschlafen machen wir uns um 10:30 Uhr auf den Weg. Wir möchten recht schnell in Haines ankommen und verzichten auf längere Zwischenstopps. Nach ca. 8 Stunden fahren wir über die Grenze nach Kanada und übernachten im Beaver Creek RV Park. Diesmal mit Strom, Wasser und WiFi für 38 EUR.

Unterwegs machen wir ein paar tolle Bilder von der Landschaft (Glenn Highway, Alaska Highway), Tiere sehen wir keine. Wir sind aber unserem Ziel Haines schon recht nahe gekommen. Nur noch 6,5 Stunden.

25.07. Auf nach Haines

Um 11:30 Uhr (Zeitzone Kanada) bzw. 10:30 Uhr (Zeitzone USA) fahren wir ohne Frühstück weiter nach Haines. Das wollen wir unterwegs nachholen und uns in einem Supermarkt entsprechend bedienen.

Kaum losgefahren sieht Doro auch schon einen Elch mit Kalb. Etwas weiter weg. Bis wir die Kamera so weit haben, sind die beiden Tiere auch schon wieder weg. Anders ein paar Kilometer weiter. Da ist ein Schwarzbär am Straßenrand, den wir über einen längeren Zeitraum beobachten können. Er lässt sich durch uns überhaupt nicht stören. Ganz im Gegenteil, er kommt öfters nah an unseren Camper ran. Seine Nase ist sehr lädiert. Vermutlich von einem Kampf. Die Stechmücken sind in dieser Gegend leider sehr aktiv, so dass wir nach einer halben Stunde weiterfahren. Die Strecke am Kluane Lake ist Landschaftlich der absolute Hammer. Der tintenblaue See und die Berge bieten wirklich hinter fast jeder Kurve ein tolles Foto Motiv. Wir würden gerne mehr Zeit in dieser tollen Umgebung verbringen. Aber wir möchten noch einige Tage in Haines verbringen, bevor es zurück nach Deutschland geht. Schade.

In Burwash Landing können wir leider keinen Supermarkt ausfindig machen und auch später in Haines Junction können wir keinen finden. Irgendwo müssen die Leute doch etwas einkaufen. Endlich finden wir eine kleine Bakery und kaufen uns eine Pizza, Sandwiches und Brot. Weiter geht’s nach Haines.

Die Strecke zwischen Haines Junction und Haines ist zum größten Teil Landschaftlich sehr beeindruckend. Hoch oben auf den Bergen liegt im Juli noch Schnee neben der Strecke und die Aussicht ist wirklich atemberaubend. Es ist zum Teil vergleichbar mit dem Denali Nationalpark. Tiere können wir bis auf Erdhörnchen leider keine entdecken, obwohl auf der Straße klar erkennbar am Kot schon Tiere waren. Gerade Karibus müssten sich hier doch extrem wohl fühlen. Ein echtes Paradies. Aber Tiere sind für uns hier leider Fehlanzeige.

Kurz vor Haines geht es dann wieder bergab. Es dauert nicht lange und wir kommen am Chilkat Bald Eagle Reserve an. Im November kann man hier auf ca. 15-20 Meilen neben der Straße am Chilkat River mindestens 3.000 Weißkopfseeadler beobachten. Die vielen Lachse im Wasser, die Bäume neben dem Fluss und viele Sandbänke machen das Gebiet zu einem echten Paradies für die Adler. Auch im Juli sehen wir dort noch einige Adler, auch wenn es deutlich weniger sind als im November.

In Haines angekommen fahren wir direkt zur Lutak Road. Am Ende des Meeres kurz vor der Brücke biegen wir links ab. Keine 3 Meilen ist diese enge Straße lang. Am Chilkoot River kann man von Mitte Juli bis August Grizzly Bären beim Lachsfang beobachten. Wir sind gespannt, ob die Berichte im Internet auch den Tatsachen entsprechen. Kaum ein paar hundert Meter gefahren, entdecken wir auch schon den ersten Bär im Fluss. Einige Fotografen am Straßenrand machen uns die Entdeckung leicht. Der Bär ist sehr Nahe am Ufer und wir wundern uns, wie nahe die Menschen zum Teil dem Bär kommen. Ein tolles Erlebnis, wir bewegen uns aber nicht weit vom Auto weg. Als der Bär dann weggeht, fahren wir auch weiter.

Ein Angler wird von dem zuvor gesehenen Grizzly Bär vom Fluss vertrieben. Der Bär läuft ihm nach und dreht erst ab, als der Angler auf der Straße ist. Wir fahren dann weiter. Der Weg endet schnell in einer Sackgasse mit Wendeplatz am See. Wir fahren die Straße zurück auf die Brücke.

Von der Brücke aus können wir etwas weiter entfernt eine Grizzlybär Mutter mit einem Jungen beobachten. Weiter weg waren noch zwei andere Grizzly Bären. Die Mutter mit dem Kind rennt schnell in den Wald, vermutlich durch die beiden anderen Grizzly Bären verscheucht, aber das wissen wir nicht genau.

Es ist schon spät abends und die Geschäfte haben alle zu, auch der Supermarkt. Wir müssen also mit dem klar kommen, was noch im Kühlschrank ist. Nach dem Check-In auf dem Hitch-Up Haines RV Park trinken wir im Office noch einen Kaffee.

26.07. Haines

Wir holen uns morgens wieder im Campingplatz Office einen Kaffee und fahren anschließend zum Chilkoot River. Leider sehen wir diesmal keine Bären. Wir kaufen ein, frühstücken in aller Ruhe und verbringen etwas Zeit am Fluss. Es sind immer noch keine Bären in Sicht und wir fahren zum Chilkat Bald Eagle Reservat. Wir beobachten dort eine Zeit lang ein paar Weißkopfseeadler und fahren im Anschluss wieder zu den Bären. An der Lutak Road sollen dort im Chilkoot River ein Duzent Bären leben. Drei davon haben wir am Vortag ja schon gesehen. Es ist jetzt schon nachmittags und wir haben mehr Glück als morgens. Zwei Bären sind im Fluss auf Lachsfang. Die Bären wollen sich den Lachs auch an einer Lachs Zählstation holen. Die Mitarbeiter der Station haben aber etwas dagegen. Die Bären lassen sich zwar vertreiben, kommen aber immer wieder und können auch mindestens einen Lachs erbeuten. Erst als einer der Arbeiter Bärspray einsetzt, verschwinden die Bären. Dann ein Highlight. Wir sehen am Chilkoot Lake einen Weißkopfseeadler auf einem Baumstumpf am Fluss sitzen. Als wir Fotos machen, wies uns eine Frau auf einen Grizzly im See hin. Er sucht im See schwimmend nach Lachs und ist auch mehrmals erfolgreich. Ein schönes Abendessen für den Grizzlybären und für uns ein tolles Erlebnis. Wir können eine ganze Zeit lang zuschauen, bis der Bär wieder im Wald verschwinded.

Weiter unten auf der Brücke sehen wir dann wieder die beiden noch etwas jüngeren Bären. Sie kommen recht schnell unten am Fluss an der Brücke vorbei und ziehen weiter den Fluss entlang.

Gegen 20:30 Uhr fahren wir auf dem Campingplatz zurück und essen etwas. Ein weiterer toller Tag in Haines geht zu Ende.

27.07. Haines

Wir fahren als erstes wieder zum Chilkoot River und sehen nach den Bären. Leider sind keine dort. Kurz entschlossen besuchen wir Dalton City, um uns die Filmkulissen von Wolfsblut (ein Disney Film nach dem Roman von Jack London) anzuschauen. Um die Gebäude herum ist eine Art Jahrmarkt aufgebaut, an dem Einheimische alles Mögliche zum Verkauf anbieten. Wir schauen uns auch die Tanzeinlagen der Haines Dancers an und essen einen Burger. Gegen 15:00 Uhr fahren wir wieder zu den Bären und Adlern am Chilkoot River. Diesmal haben wir Glück. Zum einen sind die Adler sehr aktiv und zum anderen können wir einen Bär (laut Ranger ist der Bär schwanger) sehr lange den Fluss entlang laufen sehen.

Doro entdeckt während der Fahrt plötzlich einen Eisvogel. Tim gleich darauf noch zwei weitere dieser sehr schönen Vögel. Wir nehmen uns die Zeit und beobachten die Eisvögel eine Weile beim Fischfang unweit von der Lachs Zählstation.

Ein anderer Bär ist dann später an der Zählstation im Fluss beim Lachsfang. Mit Erfolg. In kurzer Zeit fängt er dort mehrere Lachse. Auf dem Weg zum Campingplatz RV Oceanside halten am Straßenrand einige Autos. Neben der Strasse in der Böschung ist ein Bär mit drei Jungtieren. Wir beobachten die Bären eine Zeit lang. Weiter entfernt zieht ein weiterer Bär mit einem Jungen den Strand entlang. Was für ein Tag, sieben Bären und viele Weißkopfseeadler.

Auf dem Campingplatz angekommen wurden wir sehr genau in unseren Stellplatz eingewiesen. Ein Platz mit seitlichem Blick auf das Meer. Ohne WiFi, aber ansonsten hat der Platz alles was man braucht. Sogar einen Dumpinganschluss pro Platz für 40 Dollar pro Tag.

28.07. Haines

Wir fahren am späten Morgen wieder zum Chilkoot River. Am See setzen wir uns erstmal an einen Tisch und spielen Karten. Dort hatte vor 2 Tagen noch der Grizzly Bär im Wasser nach Lachs gesucht. Später fahren wir dann den Fluss zurück und sehen einen Grizzly Bär am Ufer laufen. Wir erfahren von einem Ranger, dass es sich bei dem Bären um die Queen vom Chilkoot River handelt. Die Ranger nennen sie Speedy. Sie hat zwei Jungen großgezogen und sie erst vor kurzem „abgestoßen“. Vermutlich die noch etwas jüngeren Bären, die wir schon ein paar Mal gesehen haben. Speedy dreht eine komplette Runde um den Fluss. Auch an der Zählstation hält sie sich länger auf und frisst ganz viel Lachs.

Während der Kaffeepause auf einem Parkplatz schauen wir aus dem Fenster und sehen die Grizzlymutter mit den 3 Jungen, die wir schon am Abend zuvor gesehen hatten. Direkt vor unserem Camper. Wir können die Bären eine ganze Zeit lang beobachten. Dann laufen die Bären weiter ins Gebüsch. In der Hoffnung, die Bären weiter unten noch zu sehen, fahren wir weiter. Leider ohne Erfolg. Als wir wieder am Parkplatz vorbeikommen, sehen wir die Grizzlymutter gerade aus dem Gebüsch auf die Straße rennen. In diesem Moment kommt auf ihrer Seite ein Auto entgegen. Der Fahrer sieht sie sehr spät, kann nicht mehr anhalten und streift die Bärin leicht. Glücklicherweise rennt die Bärenmutter zwar leicht panisch aber offensichtlich unversehrt in den Wald. Die drei Kinder folgen ihr in den Wald. Noch ganz geschockt von dem Zwischenfall bleiben wir ein paar Minuten am Straßenrand im Auto sitzen. Kurz darauf sehen wir die 3 Jungen schon wieder die Straße überqueren. Die Mutter bleibt am Rand stehen und traut sich offensichtlich nicht so recht. Vorbeifahrende Autos halten sie davon ab, die Straße zu überqueren. Die Jungtiere warten auf der anderen Straßenseite auf die Mutter. Ein Jungtier entscheidet sich, zur Mutter zurückzugehen. Ein viel zu schnell fahrendes Auto kommt und erfasst den jungen Bären. Wir sind extrem geschockt und fürchten, dass das Jungtier den Unfall nicht überlebt hat. Der junge Grizzlybär konnte aber anscheinend in den Wald zur Mutter und den anderen Jungen rennen. Da der Bär nicht mehr zu sehen ist, hoffen wir, dass er den Unfall überstanden hat. Bevor wir uns auf die Suche nach einem Campingplatz machen, sehen wir noch einmal Speedy an der Brücke und auch die andere Grizzly Mutter mit ihrem Jungen. Als wir eine Rangerin sehen, berichten wir ihr von dem Unfall der Bärenmutter und einem der Jungtiere. Sie bedankte sich und war erleichtert, dass vor allem der Bärin offensichtlich nichts zugestoßen ist. Wir übernachten diesmal auf einem Parkplatz an der Lutak Road ganz in der Nähe von Haines mit Blick auf das Meer und die Berge.

29.07.2017 Zurück nach Whitehorse

Heute ist leider die Abreise angesagt und es heißt, sich von Haines zu verabschieden. Kurz vor der Grenze zu Kanada überleben wir dann ein weiteres Highlight unseres Alaska Urlaubs. Doro sieht etwas am Straßenrand stehen und will erst gar nichts sagen. Sie meint dann aber doch: Entweder war das eine Kuh mit Kalb oder ein sehr großer Grizzly Bär mit Jungen. Ich habe dann natürlich auf der Straße gedreht und bin zurückgefahren. Da steht sie auch schon, ein wirklich beeindruckend großer Grizzly Bär mit zwei Jungen. Es dauert nicht lange, da kommt noch ein anderer Grizzlybär mit 3 Jungen dazu. Insgesamt waren jetzt sieben Bären auf der Wiese. Die Bärin mit den 3 Jungen lässt sich dann vom anderen Bär vertreiben und läuft vor unseren Augen über die Straße in den Wald. Auf der Wiese kommen weitere vier Schwarzbären an. Eine Mutter mit 3 Jungen. Sie verweilen eine Zeitlang auf der Wiese, ohne die Grizzly Bären zu entdecken. Plötzlich steht die Schwarzbär Mutter auf und sieht die Grizzly Bären. Die vier Schwarzbären verziehen sich fluchtartig wieder in den Wald. Inzwischen ist der andere Grizzlybär mit den 3 Jungen wieder aus dem Wald auf der anderen Straßenseite gekommen und läuft zurück zur Wiese über die Straße. Wieder direkt vor unseren Augen keine 20 Meter entfernt. Ein schönes Erlebnis. Zum Abschied aus Alaska noch einmal in Summe elf Bären, darunter Schwarz- und Grizzlybären, was auf einer Wiese nicht so oft vorkommt.

Nach der Grenze fahren wir dann auf dem schnellsten Weg nach Whitehorse. Kurz vor Whitehorse entdecken wir noch eine Herde Pferde. Schöne Mustangs!

Mit viel Wehmut geben wir am nächsten Tag den Truck Camper ab. Wir sind mit Canadream in Whitehorse sehr zufrieden und haben nur die besten Erfahrungen gemacht. Wir würden den Camper beim nächsten Alaska Urlaub auch genau so wieder buchen. Es hat alles prima, schnell und unkompliziert geklappt. Am Abend fliegen wir mit Condor zurück nach Deutschland und der Urlaub ist vorbei. Wir kommen aber wieder, keine Frage!

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Beruflich gesehen ist die Softwareentwicklung meine Heimat. Meine Hobbies sind neben dem Fußball auch das Fotografieren und Reisen. In diesem Blog möchte ich Bilder veröffentlichen und meine Erfahrungen zum Fotografieren mit den Lesern teilen und diskutieren!

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