Singvögel: Rotkehlchen

Das ca. 14 cm große Rotkehlchen kommt in fast ganz Europa und Teilen von Nordafrikas und des Orients vor. Dort besiedelt es Parks, Friedhöfe, Feldgehölze und Gärten. Rotkehlchen gehören zu den Teilziehern. Das sind Zugvögel, die im Winter teilweise am Vogelzug teilnimmt und in den Süden zieht, teilweise aber auch im Brutgebiet verbleibt (wie die Standvögel) oder nur unwesentlich ihre Heimat wechselt (wie Strichvögel).

Die in Mitteleuropa lebenden Rotkehlchen ziehen pro Jahr ca. 2-3 Bruten auf. Ihr Nest errichten sie zumeist in hohlen Bäumen, Halbhöhlen oder an Böschungen. Das Rotkehlchen brütet auch gerne in verlassenen Nestern anderer Vögel sowie in Nistkästen mit zwei ovalen Einfluglöchern (für Nistkasten-Bauer: Abmessungen von 32 x 50 mm sind ideal). Das Gelege umfasst ca. 5-7 Eier und die Brutzeit umfasst 2 Wochen, bis die Jungen schlüpfen. Schon nach weiteren 2 Wochen werden die Jungen flügge.

Eicheln als Winternahrung

Während der Sommermonate besteht die Nahrung der Rotkehlchen überwiegend aus Insekten, deren Larven, Spinnen, Asseln, kleinen Schnecken und Würmern. Im Frühherbst erweitert sich die Nahrung um Beeren und Samen. Im Spätherbst und Winter kommen zerkleinerte Eicheln dazu. Außerdem suchen die Rotkehlchen in dieser Zeit oft Futterhäuschen auf, wo sie fast jede Nahrung akzeptieren.

Beliebter Kuckuckswirt

Das Rotkehlchen gehört zu den recht häufigen Kuckuckswirten. Dabei ist das Verhalten gegenüber dem Kuckuck und dessen Ei sehr interessant. Ein heimlich untergeschobenes Kuckucksei, das in Größe und Färbung deutlich von denen des Rotkehlchens abweicht, wird meistens akzeptiert und ausgebrütet. Ganz anders verhalten sich die Rotkehlchen, wenn sie ein Kuckucksweibchen auf ihrem Nest oder nur in dessen Nähe bemerken. Dann beginnen die Rotkehlchen sofort, den deutlich größeren Brutparasiten zu attackieren. Daraufhin ergreift der Parasit fast immer schnell die Flucht.