Von Seward aus gehen die Whale Watching Touren in den Kenai Fjords Nationalpark. Warum lohnt es sich eine Tour zu buchen? Vom Schiff aus bieten sich vor allem natürlich bei schönem Wetter fantastische Ausblicke auf die Fjordlandschaft und das Harding Icefield, zu dem 40 Gletscher gehören. Neben der atemberaubenden Landschaft lassen sich viele Tiere in ihrer natürlichen Umgebung beobachten.

Das Boarding der Schiffe beginnt in der Regel 30 Minuten vor der Abfahrt. Es lohnt sich frühzeitig am Schiff zu sein, um einen der begehrten Fensterplätze (Tisch und Bänke für 4-6 Personen) zu ergattern. Je nach Wetter und Temperatur lässt es sich an Deck nicht die ganze Zeit aushalten.

Schon bei der Abfahrt sehen wir im Hafen die Seeotter, die wir schon am Tag zuvor eine Zeit lang beobachteten. Wir machen noch ein paar Bilder von unserem Truck Camper auf dem Campingplatz direkt am Strand, den wir vom Schiff aus gut sehen können. Schnell nehmen wir richtig Fahrt auf und der Kapitän wird nicht müde den Passagieren viele Informationen über die Tour und die Flora und Fauna der Kenai Halbinsel zu geben.

Zügig ist der erste Gletscher erreicht. Wir sind schnell an Deck und schauen auf den Gletscher und einen steinigen Strand. Eine tolle Aussicht. Plötzlich schießt kurz vor dem Strand eine Fontäne aus dem Wasser: Ein Buckelwal. Zusammen mit anderen Passagieren versuchen wir den Kapitän auf den Wal aufmerksam zu machen. Es gelingt uns leider nicht und das Schiff macht sich weiter auf die Reise.

Wir fahren immer wieder an kleinen Inseln und Felsvorsprüngen vorbei. Manchmal sehr nah, aber der Kapitän steuert das recht große Schiff durch die Fjorde als wäre es ein kleines Schlauchboot mit Hilfsmotor. Die Wasservögel fliegen überall herum und immer wieder tauchen Vögel aus dem Wasser auf und fliegen zu den Felsen mit kleinen Fischen im Schnabel. Die Papageientaucher sind exzellente Schwimmer und Taucher, während sie in der Luft vergleichsweise unbeholfen wirken. Im Südwesten von Alaska können die Alleskönner von Mai bis September an den Küsten beobachtet werden. Dort nisten sie auf Felsvorsprüngen oder in kleinen Höhlen. Ein Paar zieht pro Jahr ein Junges auf. Es macht uns Spaß, die Vögel eine ganze Zeit lang zu beobachten. Aber schon geht es wieder weiter.

Es dauert jedoch nicht lange, da folgt das nächste Highlight: Mehrere Buckelwale, darunter auch eine Kuh mit einem Kalb. Buckelwale gehören zu den Bartwalen und erreichen eine Länge von etwa 13 bis höchstens 18 Meter. Das Gewicht liegt bei 25-30 Tonnen. Buckelwale halten sich oft in Küstennähe auf, was wir bestätigen können. Plötzlich sind um unser Schiff herum ständig Fontänen zu sehen und vor allem auch lautstark zu hören. Ein irgendwie sehr beruhigend wirkendes Geräusch. Buckelwale sind Akrobaten, tolle Sänger und sehr kreative Jäger. Die Wanderwege sind gut erforscht, so dass diese Wale an vielen Orten der Welt gut beobachtet werden können. So auch hier während unser Tour. Die Wale sind beim „Bubblenet Feeding“. Mehrere Wale schwimmen spiralförmig um einen Fischschwarm herum und schließen die Fische mit einer Wand aus Luftblasen ein. Dann schießen sie mit weit geöffnetem Maul durch den Schwarm nach oben und verschlingen ganz viele Fische auf einen Schlag. Wie gesagt, Buckelwale sind kreative Jäger. Leider konnten wir das Schauspiel nicht so lange beobachten. Der Kapitän muss die Reise fortsetzen, damit der Zeitplan nicht durcheinander kommt und wir abends auch wieder pünktlich zurück sind. Das ist der Nachteil der Touren von den beiden großen Anbietern. Wir haben unterwegs immer wieder kleinere Boote, die zum Teil explizit Whale Watching anbieten, gesehen. Nicht viele, aber ein paar wenige. Wenn man gerade am Whale Watching interessiert ist, sind diese Touren vielleicht die bessere Wal. Da verweilen die Guides dann sehr lange bei Walen, gerade wenn diese noch dazu gerade sehr aktiv sind. Aber wir sind weiter gezogen zu den nächsten Highlights. Unterwegs haben wir dann noch weitere Buckelwale gesehen und auch kurz dort gestoppt.

Je näher wir an den großen Gletscher kommen, desto mehr Eisbrocken treiben im Wasser. Auf manchen Eisschollen ruhen sich Seehunde aus. Sehr schöne Bilder

Plötzlich schiesst wieder eine Fontäne aus dem Wasser, jedoch etwas weiter weg. Im Gegensatz zu den vorherigen Fontänen war diese Fontäne aber nicht ganz so hoch. Unsere Vorahnung und die wachsende Vorfreude bestätigt sich schnell: Orcas. Als wir näher kommen stellen wir schnell fest, dass es sich nicht um eine Familie handelt, sondern um einen Einzelgänger. Ein sehr großer Orca Bulle, der gerade beim Jagen ist. Zu erkennen ist der Bulle an der sehr großen Rückenflosse. Bei den Bullen ist die Rückenflosse mit knapp 2 Meter fast doppelt so hoch wie bei den Orca Kühen. Die Jagdtechnik, die wir bis jetzt auf unseren Reisen am meisten bei den Killerwalen gesehen hatten, wendete auch dieser große Orca an. Er peitscht mit seiner Flosse knallhart auf das Wasser und betäubt die Fische an der Wasseroberfläche. Anschließend folgt das Festmahl. Orcas sind phantastische Jäger und sehr soziale Tiere. Sie geben bestimmte Jagdtaktiken und Lautäußerungen auch an die Jungtiere weiter. Wir können den Killerwal (so werden Orcas auch genannt) eine Zeit lange beobachten und dabei tolle Aufnahmen machen.

Wir verabschieden uns von dem Orca und der Kapitän bringt das Schiff auf Kurs Richtung Gletscher. Es ist schon sehr schade, wie weit die Gletscher in den letzten Jahren zurückgegangen sind. Die tief blaue Farbe der immer größer werdenden vorbeitreibenden Eisschollen kündigt die Nähe des Gletschers an. Am Gletscher angekommen sammelt die Crew etwas Eis auf, das später von den Gästen im Getränk als Eiswürfel probiert werden kann. Vor dem Gletscher sind nun sehr viele Seehunde zu sehen, die sich fast alle auf den Eisschollen ausruhen. Die Seehunde und auch Seelöwen sind nachtaktiv und ruhen sich tagsüber aus. Plötzlich hören wir ein Knacken. So laut hätten wir das Geräusch eines kalbenden Gletschers vorher nicht vermutet. Der Kapitän sieht mehr und zeigt uns genau die Stelle, an der sich immer mehr Risse bilden. Es dauert nicht lange und schon brechen riesige Stücke aus dem Gletscher und fallen mit lautem Getöse ins Meer. Es entsteht eine große Welle, die auch die Seehunde etwas aus der Ruhe bringt. Unser Schiff hat aber einen sicheren Abstand, so dass uns die Welle nicht gefährlich werden kann. Wir schauen uns noch eine Weile den Gletscher an und es brechen immer wieder kleinere Stücke ab. Dann macht sich der Kapitän mit uns auf die Rückreise.

Wir ziehen wieder an dem Orca Bullen vorbei, der immer noch die gleiche Jagdtechnik anwendet. Nach der erfolgreichen Jagd sehen wir dann auch noch einen Sprung aus dem Wasser. Ein erlebnisreicher Tag neigt sich langsam dem Ende entgegen. Wir machen auf der Rückfahrt noch viele Bilder von den immer wieder herumfliegenden Papageientauchern und anderen Meeresvögeln. Wir sind dann pünktlich wieder zurück im Hafen von Seward und um einige Erlebnisse reicher.

Mehr Informationen zum Whale Watching in Alaska

  • Die meisten Wale halten sich etwas von April/Mai bis September in Alaska auf. Die Chance auf Buckelwale ist in der Kenai Halbinsel und um Kodiak im Juni und Juli am größten. Grauwale halten sich etwas früher in Alaska auf, so im April und Mai. Ansonsten tummeln sich auch noch Beluga- und Blauwale in den Gewässern von Alaska. Blauwale kommen aber nicht in Küstennähe, daher kann man diese Wale eher auf einer Schiffsreise auf hoher See sichten, aber nicht auf einer gebuchten Whale Watching Tour.
  • Es gibt viele verschiedene Touren mit unterschiedlichen Längen. Die Preise bewegen sich so zwischen 100 und 200 USD pro Person. Kinder kosten etwas weniger.
  • In Seward gibt es vor allem zwei Anbieter von Touren: Major Marine Tours und Kenai Fjords Tours. Beide Anbieter geben sich nicht viel. Letzten Endes sind die Touren bei schönem Wetter am besten und natürlich gehört auch etwas Glück bei den Walsichtungen dazu.
  • Im Alaska Reisebericht findet ihr noch mehr Informationen zum Whale Watching in Seward.
Überblick der Rezensionen
Major Marine Tours
Kenai Fjords Tours
Whale Watching
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Beruflich gesehen ist die Softwareentwicklung meine Heimat. Meine Hobbies sind neben dem Fußball auch das Fotografieren und Reisen. In diesem Blog möchte ich Bilder veröffentlichen und meine Erfahrungen zum Fotografieren mit den Lesern teilen und diskutieren!

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