Für unsere Reisen und Fotografien habe ich mir die Spiegelreflexkamera EOS 7D Mark II von Canon gekauft. Da ich die Kamera für unseren Urlaub in Kanada gekauft habe und damit vor allem gelungene Wildlife Aufnahmen machen wollte, habe ich mich für dieses Modell entschieden. Die meisten Tiere sind nicht immer gerade nur ein paar Meter entfernt. Neben einem guten Objektiv mit mindestens 400mm Brennweite habe ich mich bewußt für eine Kamera mit APS-C Sensor entschieden. Das gibt zusätzliche Brennweite. In meinem Fall 400mm x 1,6 = 560mm. In einem Vollformat ohne den Cropfaktor von 1,6 hätte ich max. 400mm Brennweite und das ist nicht immer ausreichend.

Canon selbst beschreibt die EOS 7D Mark II als eine Spiegelreflexkamera für den ultimativen fotografischen Moment und genau richtig für alle, die Geschwindigkeit lieben. Ein Beleg dafür sind Reihenaufnahmen von bis zu 10 Bildern pro Sekunde mit Autofokus und automatischer Belichtung. Diese Reaktionsgeschwindigkeit (Dual DIGIC 6 Bildprozessor) zusammen mit dem Pufferspeicher ermöglichen Aufnahmen ohne Leistungsabfall. Die Canon EOS 7D Mark II hält somit laut Hersteller diesen einen kurzen Moment fest, auf den es ankommt.

Auf unserer Kanada Rundreise 2016 und auch während des Alaska Urlaubs 2017 haben wir jede Menge Bilder mit der 7D Mark II gemacht. Ein Bild zeigt ein Wasserflugzeug. Der Propeller ist scharf zu sehen, obwohl das Flugzeug mitten im Flug war und sich der Propeller rasend schnell drehte. Wie schnell die Kamera tatsächlich ist, belegen viele tolle Bilder von Weißkopfseeadlern im Flug, die alle sehr scharf geworden sind. Bis zu 10 Bilder pro Sekunde sind mit der Kamera möglich.

Autofokus: 65-Punkt-Autofokus

Die Canon EOS 7D Mark II verfügt über 65 Messfelder. Alles Kreuzsensoren. Die Vielzahl an AF Feldern ermöglicht die zuverlässige Nachführung der Schärfe bei sich schnell bewegenden Motiven. Das zentrale Autofokus Feld ist ein besonders empfindlicher Doppelkreuzsensor. In Verbindung mit einem lichtstarken Objektiv ermöglicht dieser Sensor eine besonders präzise Fokussierung. Bei weniger lichtstarken Objektiven arbeitet der Sensor wie ein normaler Kreuzsensor. Welche Felder wie benutzt werden können hängt natürlich vom Objektiv ab. Dazu kann dem Handbuch ab Seite 100 mehr entnommen werden.

Die richtige Autofokus Betriebsart wählen

Neben der genannten AF-Feld-Konfigurationsmöglichkeit verfügt die EOS 7D Mark II über drei verschiedene Autofokusbetriebsarten.

  1. Der One-Shot AF (Einzelfeld-AF) ist für starre bzw. unbewegte Motive die beste Wahl. Selbst wenn sich die Motive etwas bewegen sollten, lassen sich damit noch gute Ergebnisse erzielen.
  2. In der Betriebsart AI Focus AF wechselt die EOS 7D Mark II vom One Shot AF zum AI Servo AF, wenn sich ein statisches Objekt zu bewegen beginnt. Ein Vogel kann jederzeit wegfliegen oder das Motorrad einen Kickstart hinlegen. Auch ein Elfmeter beim Fußball ist ein mögliches Motiv für diese Autofokus Betriebsart. Sobald eine Bewegung beim ruhenden Motiv erkannt wird, springt der AI Servo AF an, was durch ein piepsen signalisiert wird.
  3. Die Betriebsart AI Servo AF ist für bewegende Motive gedacht. Hier wird das sich bewegende Motiv permanent verfolgt und die Schärfe wird permanent nachgeführt. Das kostet Strom und der Akku wird bei dieser Betriebsart etwas schneller leer.

Die 65 AF Punkte können wie folgt ausgewählt werden:

Spot AF oder Einzelfeld AF: Beide beziehen sich auf einen einzelnen der 65 Punkte. Der Spot AF umfasst dabei aber nur einen sehr kleinen Bereich, während der Einzelfeld AF ein etwas größeren Bereich umfasst. Natürlich kann jeder einzelne der 65 Punkte ausgewählt werden.

AF Erweiterung: 4, 8 oder 14 zusätzliche Felder um das gewählte Einzelfeld herum

AF Bereich: Den linken, mittleren oder rechten Teil des Suchers scharf stellen

AF Automatik: Hier entscheidet die Kamera, welche Punkte scharf gestellt werden

Mit der iTR Fokussierung sorgt durch Farb- und Gesichtserkennung dafür, dass die Schärfe immer bei bewegten Motiven nachgezogen wird.

Das integrierte GPS ist keine Besonderheit, dennoch möchte ich es erwähnen. Damit kann der Standort der Bilder und Videos genau angegeben werden. Gerade für mein Reisetagebuch und auch Applikation wie Google Earth oder ähnliches sind die Angaben von Längen- und Breitengrad eine wirklich sehr schöne Sache.

High Dynamic Range (HDR)

Im HDR Modus nimmt die Kamera 3 Bilder in unterschiedlichen Belichtungen auf (je überbelichtet und unterbelichtet). Anschließend fügt die Kamera alle 3 Bilder zu einem neuen Bild zusammen. Ein sehr schönes Feature. Ich frage mich aber, ob das nicht doch besser über die Software am PC geht. Das werde ich bei Gelegenheit mal testen.

Natürlich hat die Canon EOS 7D Mark II noch viele andere Funktionen. An dieser Stelle wollte ich aber nur einen Einblick geben. In meinen Augen ist die Canon EOS 7D Mark II ideal für die Wildlife Fotografie geeignet. Ich möchte an dieser Stelle aber auch erwähnen, dass die Kamera etwas Übung erfordert. Die vielen Einstellungen (nicht nur zum Fokus) müssen erst einmal alle verstanden werden. Es erfordert auch etwas Übung, in diesem einen kurzen Moment ganz schnell die richtigen Einstellungen vorzunehmen, damit ein gutes Bild entsteht. Einige (Hobby) Fotografen bezeichnen die Kamera als zickig. Ich nehme an, das kommt von den vielen Einstellungen. Je nach Einstellung wird das Bild eben nicht gut. Wer sich davon aber nicht beirren lässt, der bekommt mit der EOS 7D Mark II eine wirklich gute Kamera.

Über Kommentare zu diesem Artikel und zur Canon EOS 7D Mark II würde ich mich freuen.

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Beruflich gesehen ist die Softwareentwicklung meine Heimat. Meine Hobbies sind neben dem Fußball auch das Fotografieren und Reisen. In diesem Blog möchte ich Bilder veröffentlichen und meine Erfahrungen zum Fotografieren mit den Lesern teilen und diskutieren!

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